Nach der Steuerreform 2015/16 lohnt es sich, die Rechtsform zu überprüfen!

Die Steuerreform 2015/16 bringt ab 2016 unter anderem eine Reduktion der Einkommensteuertarife. Der Eingangssteuersatz ist von 36,5 % auf 25 % gesenkt worden, der Steuersatz von 50 % gilt erst ab einem Einkommen von € 90.000,00 (bisher € 60.000,00). Teurer wird es erst ab einem Jahreseinkommen von € 1,000.000,00: der Spitzensteuersatz beträgt dann 55 %.

Wird der Gewinnfreibetrag steuerlich genützt, kann die tatsächliche Einkommensteuerbelastung auch bei Einzelunternehmern und Gesellschaftern von Personengesellschaften gesenkt werden, eine Rechtsformüberprüfung ist daher unbedingt zu überlegen.   Für Kapitalgesellschaften bringt die Steuerreform 2015/16 jedoch eine Verschlechterung: Die Kapitalertragsteuer für Gewinnausschüttungen wurden von 25 % auf 27,5 % erhöht. Dadurch steigt die steuerliche Gesamtbelastung bei Vollausschüttung auf 45,625 % (KöSt und KESt).

Break-Even für GmbH erst bei einem Gewinn in Höhe von rund € 510.000,00

  Die GmbH ist bei Vollausschüttung unter Berücksichtigung von Sozialversicherung und Lohnnebenkosten erst ab einem Gewinn von rund € 510.000,00 günstiger, wenn bei Einzelunternehmen steuerliche Begünstigungen wie der Gewinnfreibetrag und bei der GmbH Geschäftsführerhonorare in Höhe von € 95.000,00 berücksichtigt werden.   Der Thesaurierungsvorteil der GmbH bleibt unverändert. Werden Gewinne nicht ausgeschüttet, beträgt die steuerliche Belastung in einer GmbH dagegen nur 25 % Körperschaftsteuer. Die Rechtsform der Kapitalgesellschaft ist daher von Vorteil, wenn die Gewinne zur Finanzierung von Investitionen und betrieblichen Erweiterungen oder zur Schuldentilgung im Unternehmen bleiben bzw. verwendet werden.